Home

Der E-Bass

Der elektrische Bass oder kurz E-Bass (auch Bass oder Bassgitarre genannt) ist ein zumeist aus Holz gefertigtes Saiteninstrument. Wie bei der E-Gitarre werden die Saitenschwingungen nicht primär durch einen akustischen Klangkörper verstärkt, sondern durch Tonabnehmer in elektrische Signale umgewandelt, die mit Hilfe eines Bassverstärkers und von Lautsprechern hörbar gemacht werden.
Die Saiten des elektrischen Basses werden vom Bassisten mit den Fingern oder mit einem Plektrum gezupft. Im Gegensatz zum Kontrabass hängt der elektrische Bass eher waagerecht vor dem Körper des Spielers. Dabei wird er von einem über die Schulter gelegten Tragegurt gehalten, so dass das Instrument auch im Stehen gespielt werden kann. Als Bassinstrument hat er in einem Musikensemble die Basslinie zu übernehmen; dabei handelt es sich typischerweise um den Bereich der „populären“ oder „Unterhaltungsmusik“, also Jazz, Rock, Pop, Schlager und Tanzmusik.

Stimmung
Im Unterschied zur meist sechssaitigen E-Gitarre kann ein E-Bass vier bis sieben Saiten haben, die durchgehend in Quarten gestimmt sind. Die Stimmung eines viersaitigen E-Basses (,E–,A–D–G) entspricht der Stimmung des Kontrabasses und ist eine Oktave tiefer als die vier tiefsten Saiten der Gitarre. Wie Gitarre und Kontrabass ist der E-Bass ein transponierendes Instrument; die Noten werden eine Oktave höher notiert als der Bass klingt.
Neben den weit verbreiteten viersaitigen E-Bässen erfreuen sich insbesondere bei härteren Rockmusikarten fünfsaitige E-Bässe mit ,,H als tiefster Saite zunehmender Beliebtheit. Abgerundet wird die Vielfalt durch E-Bässe mit sechs Saiten, die in der Regel in ,,H–,E–,A–D–G–c gestimmt sind, oder gar sieben Saiten, bei denen eine hohe f- oder eine tiefe ,,Fis-Saite hinzukommt. Manche Musiker verwenden aber auch individuelle Stimmungen oder lassen sich Sonderausführungen bauen.
Die Tonhöhenveränderung geschieht durch Abgreifen der Saiten auf dem Griffbrett. Auf diesem sind meist 20 bis 24 Bundstäbchen in gleichstufigen Halbtonschritten eingelassen, sodass der Tonumfang eines viersaitigen E-Basses in Standardstimmung von ,E bis (bei 24 Bünden) g‘ reicht. Dies entspricht einem Grundtonfrequenzbereich von 41,2 bis 392 Hz.

Korpus
Im Gegensatz zu akustischen Instrumenten dient der Korpus eines E-Basses nicht als Resonanzkörper, weshalb er meistens aus einem massiven Stück Holz besteht; vor allem in den 1960er Jahren waren jedoch auch Bässe mit hohlem Korpus verbreitet („Halbresonanzkorpus“). Die Form des Korpus’ erinnert üblicherweise an eine Acht, wobei meist am oberen Ende tiefe Cut-Aways eingefügt sind. Den Korpusformen sind aufgrund des geringen akustischen Einflusses fast keine Grenzen gesetzt. Aus diesem Grund spielt auch die Art des Lackes außer bei extrem dicken Sorten wie z.B. polyesterbasierten Lacken keine große Rolle. Zu nennen sind hier auch noch Exoten aus den 60er Jahren, welche flächig mit Kunstfffolien beklebt waren. Erheblichen Einfluss auf den Klang hat jedoch das Material und die Gesamtmasse des Korpus: durch das Mitschwingen des Korpus entsteht Reibung zwischen den Korpusteilchen. Diese Reibung entzieht den Saitenschwingungen Energie; je härter die verwendete Holzart, um so geringer ist der Energieverlust und damit die Dämpfung der Schwingung. Das sogenannte „Sustain“ wird hierdurch verbessert. Das führt auch zu einer subjektiv besseren Höhenwiedergabe und einem allgemein klareren Ton.
Auf der Vorderseite des Korpus‘ kann ein “Schlagbrett” aus Hartplastik angebracht sein, welches neben der optischen Funktion auch zur Befestigung der Tonabnehmer genutzt wird. Auf dem Korpus befindet sich der Steg, über den die Saiten laufen. Das Ende der Saiten wird vom Saitenhalter gehalten, welcher entweder in den Steg integriert ist oder sich als separates Bauteil entweder auf der Vorder- oder Rückseite des Korpus‘ befindet – in diesem Fall werden die Saiten hinter dem Steg durch den Korpus geleitet.

Hals
Der Hals des E-Basses ist bei den meisten Instrumenten in eine taschenförmige Fräsung im Korpus eingesetzt und aufgeschraubt oder, seltener, angeleimt. Bei einer anderen Konstruktionweise wird der Bass mit durchgehendem Hals gebaut, an den die Korpusflügel seitlich angeleimt werden. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass kein Übergang zwischen Hals und Korpus die Saitenschwingungen dämpft und so eine längere Ausklingzeit der Saiten (Sustain) erreicht werden kann.
Wie beim Korpus wird eine zu starke Bedämfung der Saitenschwingungen durch Verwendung harter Holzsorten und verschiedener konstruktiver Techniken vermieden. Bei zu „weichen“ Hälsen oder ungünstigen Strukturen im Holz können sogenannte „dead spots“ auf dem Griffbrett entstehen: „dead spots“ – Bundpositionen, mit stark verkürzter Ausklingzeit des gespielten Tons – treten auf, wenn die Eigenresonanz des Halses durch den schwingenden Ton so angeregt wird, dass der zu dem gegriffenen Ton gehörige Bund auf einem Schwingungsbauch des Halses liegt. Dadurch zieht der Hals Energie aus der schwingenden Saite ab, was zu einem stark verkürztem Sustain führt. Ebenso ist auch ein „Aufschaukeln“ der Saiten möglich.
Auf dem Hals befindet sich das Griffbrett, in welches in der Regel 20 bis 24 Bünde in gleichstufigen Halbtonschritten eingelassen sind. Es gibt aber auch bundlose Bässe. Diese Bauweise wird nach dem englischen Begriff „fretless“ genannt. Zur Orientierung werden teilweise die Sägeschnitte für die Bünde ausgeführt, dann aber mit Holz oder Kunststoff ausgelegt. Dies hilft insbesondere Anfängern, die richtige Griffposition am bundlosen Bass zu finden.
Im Hals befindet sich ein metallener Halsspannstab, welcher die Saitenspannung abfängt und durch den die Wölbung des Halses verändert werden kann. Die Fachwelt ist sich uneinig, ob eine gewisse (geringe) Halswölbung erforderlich ist, oder ob das Griffbrett ganz gerade sein soll. Durch eine leichte Wölbung des Halses soll es möglich sein, ein Schnarren der Saiten an den Bundstäben zu verhindern. Jeder Bassspieler kann dies aber selber entscheiden, da der Spielraum gegeben ist, den Hals nach den eigenen Vorstellungen einzustellen.
Das Griffbrett schließt mit dem Sattel ab, über den die Saiten zu den Stimmmechaniken laufen, die im obersten Ende des Halses, der so genannten Kopfplatte, eingelassen sind. Abgeleitet von den traditionellen Grundformen Fender „Precision Bass“ und Fender „Jazz Bass“ gibt es verschieden breite Hälse. Der P-Bass hat am Sattel typischerweise eine Breite von etwa 45 mm (1.750″), der J-Bass nur etwa 38 mm (1.50″), beide Angaben für 4-Saiter-Bässe. Der schmalere J-Bass-Hals erleichtert die Fingerbewegungen über die Saiten auf dem Griffbrett und kommt Bass-Spielern mit kleineren Händen entgegen.
E-Bässe sind mit unterschiedlich langen Mensuren (Länge der schwingenden Saite) erhältlich: short-scale“ (30 Zoll / 762 mm), „medium-scale“ (32 Zoll / 813 mm), „long-scale“ (34 Zoll / 864 mm), und „extra-long-scale“ oder „super-long-scale“ (35 bis 36 Zoll / 889 bzw. 914 mm). Am häufigsten werden Bässe mit „long-scale“-Mensuren gebaut.

Elektronik
Die unter den Saiten befindlichen Tonabnehmer (Pick-Ups) wandeln die Schwingungen der Saite durch elektromagnetische Induktion in einen Wechselstrom um. Es gibt einige Standards bei der Tonabnehmerbestückung. Häufig sind PU´s nach Vorbild der Fender Bässe aus den 50er und 60er Jahren z.B. J-Style-Pick-Ups (eine Magnetspule, benannt nach dem Fender Jazz Bass) und/oder P-Style-Pick-Ups (zwei Magnetspulen in gegenläufiger Schaltung, benannt nach dem Fender Precision Bass). Ausserdem gibt es seit den siebziger Jahren eine Vielzahl von Formaten, meistens doppelspulige Humbucker. Hier hat sich besonders das MM-Format (benannt nach dem Music Man Stingray) und nach ihrer geschlossenen Plastikkappe benannte Soapbars etabliert. Ausserdem kann man im Steg Piezo- oder Mikrofonelemente einbauen, welche eher „akustisch“ klingen. Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Klangregelung bei elektischen Instrumenten. Man kann entweder eine rein passive Schaltung verwenden, welche nur ein filtern der Lautstärke und einzelner Frequenzbänder erlaubt, aber ohne Stromversorgung auskommt. Oder man nutzt Vorverstärker um eine Anhebung und Absenkung von einzelnen Frequenzbändern und eine Impedanzwandlung des Ausgangssignals zu ermöglichen. Hier liegen die Nachteile vor allem in dem Einfluss, den die Schaltung auf das „nackte“ Signal hat. Bei passiven Schaltungen gibt es meist ein Lautstärkepoti pro Tonabnehmer und eine gemeinsame Höhenblende welche den Ton je nach Stellung immer dumpfer werden lässt. Ausserdem kann man mit Schaltern die Verdratung der PU´s untereinander verändern und zusätzliche Filter bedienen. Ein Anheben von Frequenzbändern ist bei passiven Instrumenten (ohne Verstärkung) nicht möglich; das Absenken der Höhen oder Tiefen kann zu hörbaren Übertragungsverlusten führen.
Aktive Schaltung ermöglichen neben den von der passive Auslegung her bekannten Möglichkeiten ein erheblich vielseitigeres Verändern des Klangs. Am Panoramapoti kann das Mischverhältnis bei zwei Tonabnehmern verändert werden ohne den Lautstärkeregler verstellen zu müssen. Die Klangregelung kann über Equalizer mit zwei oder mehr Bändern erfolgen. Die Nutzung von nichtmagnetischen Tonabnehmern wird erst duch den Einsatz von Vorverstärkern möglich. Bei aktiven E-Bässen wird ein integrierter Vorverstärker meist über eine 9-Volt-Batterie im Instrument versorgt. Die Vorverstärkung sorgt für eine Impedanzanpassung des zunächst hochohmigen Signals, wodurch Klangverluste auf dem Weg zum Verstärker (Gitarrenkabel) vermieden werden. Oft aber nicht immer (MM-Stingray) kann die aktive Elektronik ausgeschaltet werden. Dies ermöglicht dem Spieler eine größere Klangvielfalt und erlaubt das Weiterspielen bei leerer Batterie.
Die Verkabelung befindet sich im Korpus. Das resultierende Signal wird über eine Buchse auf ein asymmetrisches Kabel mit 6,3mm Mono-Klinkenstecker übertragen. Durch eine Verstärkung des übertragenen Signals in einem Bassverstärker („Bass Amp“) kann der Klang eines E-Basses durch eine Lautsprecherbox wiedergegeben werden.

Mehrchörige Bässe
Für besondere klangliche Anforderungen werden manchmal auch doppelchörige Instrumente (nach dem Prinzip der zwölfsaitigen Gitarre) eingesetzt, bei denen zur Grundsaite noch eine (bei dreichörigen Bässen auch zwei) zusätzliche Oktavsaite verwendet wird. Die sehr seltenen dreichörigen Bässe haben damit eine Gesamtsaitenzahl von zwölf (vier mal drei Grundsaiten), 15 (fünf mal drei) oder gar 18 (sechs mal drei) Saiten.
Erfinder der 12-Saiten-Bässe war Tom Peterson von der Band Cheap Trick. Der erste Rocksong, der mit einem 12er eingespielt wurde, war „Heaven tonight“ im Jahr 1977.

Bundlose Bässe – Fretless-Bass
Eine spezielle Art des E-Basses ist der bundlose (engl. fretless) Bass, mit dem sich sehr gute singende bis grollende Klänge erzielen lassen, die infolge der kürzeren Mensur gegenüber dem Kontrabass und dem E-Kontrabass (EUB: Electric Upright Bass), der anderen Saitenkonstruktionen und dergleichen natürlich nicht deren Qualitäten erreichen können (was allerdings meist auch gar nicht erwünscht ist, weil ein Fretless-E-Bass wiederum ganz andere, eigene Klangqualitäten als ein Kontrabass mit sich bringt), mit denen allerdings auch Techniken wie das Sliden einen anderen Klang erhalten. Über das Slappen (das harte Anschlagen der Saiten mit dem Daumengelenk an Stelle des herkömmlichen Zupfens) mit einem bundlosen Bass scheiden sich die Geister, auch dieser Klang ist selbstverständlich anders als bei einem Bass mit Bünden, da der beim Bass mit Bünden charakteristische „Slap“-Klang vor allem durch das Schlagen der Saite gegen die aus Metall bestehenden Bundstäbchen entsteht. Es gibt auch Fretless-Bässe mit Bundmarkierungen, die Einsteigern eine Orientierungshilfe auf dem Hals geben.

Verwendung anderer Materialien als Holz

Der Bedarf nach stabileren Hälsen führte in den 70er und 80er Jahren zur Verwendung von Materialien wie Aluminium (Travis Bean, Kramer) und Graphit (Modulus, zeitweise auch in Zusammenarbeit mit Alembic, Steinberger, Status, Clover, die inzwischen davon abgekommen sind, Miller Guitars & Basses, Basslab, Schack, Moses u. a.), die zunächst große Mode waren, sich auf Dauer allerdings nicht im Massenmarkt durchsetzen konnten. Der Klang ist zwar sehr brillant und man hat den Eindruck, als würde der Ton geradezu aus dem Instrument herausgeworfen, wird aber von den vielen Musikern als zu steril empfunden. Verbreitet ist jedoch die Verwendung von Graphiteinlagen im Hals zu dessen Stabilisierung, was von manchen allerdings immer noch als klanglich zu steril empfunden wird. Als state-of-the-art gilt heutzutage ein stabilisierter mehrteiliger Hals unter Verwendung von harten bis sehr harten Hölzern wie zum Beispiel Mahagoni, Ahorn, Amarant (Purpleheart), Wenge, Bubinga, Amazaque (Ovangkol), Ebenholz und Hainbuche.

Bassjo
Das Bassjo oder Banjo-Bass kombiniert einen E-Basshals mit einem Banjo-Korpus und wird mit E-Bass Saiten ausgestattet.

Neue Anforderungen in Bands
Mit dem Aufkommen der E-Gitarre ergab sich das Problem, dass in damaligen Bands der verwendete Kontrabass hinsichtlich der Lautstärke unterlegen war. Auch Bässe wurden in der Folge mit einem Tonabnehmersystem ausgerüstet.
Der E-Bass selbst wurde seit den 1950er-Jahren entwickelt. Er basiert auf zwei Instrumentenfamilien: dem Kontrabass und der Gitarre bzw. E-Gitarre.

Lange Zeit galt der Fender Precision Bass (1951) als der erste elektrisch verstärkte Bass, der wie eine traditionelle Gitarre horizontal getragen werden kann. Vergessen wurde Audiovox Manufacturing & Co., die kleine Firma, die etwa 1935/36 die Audiovox „#736 Electric Bass Fiddle“ auf den Markt brachte. Nachforschungen ergaben, dass der Bass zwar ein paar Mal verkauft wurde (vor allem an Gospel- und Country-Bands), aber der damaligen Zeit so weit voraus war, dass er nie richtig angenommen wurde. Die Firma Audiovox wurde um 1950 geschlossen.

Erstmals in Serie

Der erste E-Bass, der in Serie produziert wurde, war der Precision-Bass von Fender. Er kam 1951 in die Läden. Die Bezeichnung Precision bezieht sich auf die Tatsache, dass dieser Bass (im Gegensatz zum Kontrabass) Bünde hatte und somit die Töne für den Spieler einfacher präzise zu greifen sind.

Leo Fender übertrug im Grunde die grundlegende Bauweise einer E-Gitarre auf den Bass, modifizierte jedoch die einzelnen Bauteile wie Korpus, Hals und Tonabnehmer (auch Pick-Ups) dahingehend, dass sie die tiefen Frequenzen sowie die höhere mechanische Belastung durch die Saitenspannung aushielten. Ein großer Unterschied zum Kontrabass besteht zudem darin, dass E-Bässe eher horizontal gespielt werden, während Kontrabässe beim Spielen vertikal (upright) gehalten werden. Es gibt aber auch einige Bassisten wie zum Beispiel Alex Webster, die den Bass fast vertikal halten.

Ein lustiges Detail der Fender-Precision-Serie war die eigenwillige Elektronik, welche die Abdeckplatte als Masseleitung benutzte und daher mit weniger Leitungen, aber auch schlechterer Störgeräusch-Isolierung im Vergleich zu modernen Instrumenten auskam.

Unterschiede zur E-Gitarre

Aus den nötigen Umbauten folgen auch einige Unterschiede zwischen dem E-Bass und der E-Gitarre:

  • Halslänge: Die Hälse des E-Basses sind in der Regel länger als die der E-Gitarre.
  • Saitendicke: Die Saiten weisen gegenüber der E-Gitarre einen größeren Durchmesser auf, da sich mit der höheren Saitenmasse das Schwingungsverhalten derart ändert, dass erst durch dickere Saiten der gewünschte tiefe Ton bei akzeptabler Saitenspannung erreicht werden kann.
  • Saitenanzahl: Die meisten E-Bässe haben vier Saiten, es gibt aber auch 5-, 6- und 7-saitige Varianten, die dem
  • Korpus: Der Korpus ist länger als bei der E-Gitarre, typisch ist ein langes Korpushorn, damit das Instrument mit längerem Hals und schwerer Mechanik nicht kopflastig wird.
  • Steg: Der Steg befindet sich weiter am Ende des Korpus, damit das ganze Instrument nicht zu lang wird.
  • Stimmung: Abgesehen von individuellen Stimmungen wird ein E-Bass durchgehend in Quarten gestimmt, wobei der Unterschied nur auf Instrumenten mit „hohen“ Saiten zum Tragen kommt. Dies ist bei einer Gitarre nicht möglich, da sonst viele Akkorde nicht greifbar wären. Bei der Gitarre folgt auf die G-Saite eine H-Saite (große Terz) und darauf wieder im Quartabstand ein E. Beim Bass ist die Saitenfolge (,,H)-E‘-A‘-D-G-(c), bei der Gitarre E-A-d-g-h-e‘.

Spieltechniken
Es existieren verschiedene Spieltechniken für E-Bässe, die sich vor allem auf die rechte Hand beziehen. Grob unterscheiden kann man:

Das zupfende Spiel mit Zeige-, Mittel- und teilweise auch Ringfinger (Plucking), verwandt dem Pizzicato bei klassischen Kontrabässen. Diese Technik verlangt vom Musiker bei längerem Spiel eine gewisse physische Konstitution, erlaubt aber ein präzises Spiel und bei entsprechender Übung eine sehr hohe Kontrolle über die Saite. Während das Abdämpfen schwingender Saiten mit der Greifhand stets ein schwaches, aber hörbares Nebengeräusch verursacht, ermöglicht die Zupftechnik zudem das geräuschlose Abdämpfen mit den Fingern der Schlaghand. Der entstehende Ton ist im Allgemeinen von seinem Charakter her runder und kräftiger als mit anderen Spieltechniken.

Das gitarrenähnliche Spiel mit Plektrum, einem kleinen Plättchen, meist aus Kunststoff. Spieltechnisch weniger anspruchsvoll, ist bei dieser Technik die Kontrolle über die Saite nicht so hoch, dafür ist der Ton etwas definierter als bei der Zupf-Technik, was besonders wichtig bei Musikstilen mit sehr schnellen Bassläufen ist (Black Metal, Thrash Metal, Grindcore, Death Metal, Dark Metal etc.) jedoch wird diese Technik auch in weniger „harten“ Musikrichtungen z. B. von dem vielseitigen Bassisten Hellmut Hattler (Kraan und Tab Two) oder auch Peter Hook eingesetzt. Diese Technik erlaubt ein schnelles, gleichmäßiges und kraftvolles Spiel.

Die sehr perkussive Slap-Technik, die durch Schlagen mit Daumen und Reißen mit dem Zeigefinger (oder auch mit dem Mittelfinger) wie z. B. von Flea (Red Hot Chili Peppers) und von Fieldy (Korn) ausgeführt wird. Bei entsprechender Ausführung ist dies eine sehr anspruchsvolle Technik. Der erzielte, prägnante Klang unterscheidet sich grundlegend von den anderen Spieltechniken und wird meist nur in bestimmten Musikstilen eingesetzt, obgleich man diesen dezent gespielt auch in jeder Stilrichtung nutzen kann. Bekannt wurde diese Technik durch den Bassisten Larry Graham der

Eine weitere Technik, die vor allem durch Victor Wooten bekannt gemacht wurde, aber auch von Größen wie Marcus Miller oder Alain Caron benutzt wird, ist das Double-Thumbing. Mit einer dem Plektrum gleichen Ausführungsweise wird mit Auf- und Abschlägen des Daumens die Seite angeschlagen und erlaubt damit eine wesentlich melodiösere Anwendung der Slaptechnik.

Eher eine Randerscheinung ist das meist solistisch eingesetzte Tapping, bei dem auch die rechte Hand auf dem Griffbrett Töne anschlägt und so zusammen mit der linken Hand besondere Effekte erzielen kann. Beim „Two-Hand-Tapping“, das durch Billy Sheehan bekannt wurde, werden beide Hände zum „Tappen“ verwendet.

Eine weitere Spieltechnik ist „Palm Mute“, bei der die angeschlagene Saite mit der Kante der Schlaghand leicht vor dem Steg abgedämpft wird, was die Klangdauer der Saite verringert und einen dumpferen Klang erzeugt. Diese Spieltechnik eignet sich um die Dynamik der Basslinien innerhalb eines Stückes zu variieren und um den Klang eines Kontrabasses zu imitieren.

Eine spezielle Art des Spielens, die hauptsächlich von professionellen Bassisten angewendet wird, ist das Tipping. Dabei wird normal gegriffen, aber mit den Fingerspitzen der Spielhand auf die Saite geschlagen und dadurch ein klarer aber kurzer Ton erzeugt.

Quelle: wikipedia.de

Trackback: Trackback-URL |  Autor:

Kommentare und Pings sind geschlossen.