Gretsch Broadkaster Bass G6119B
Hollowbody Gitarren haben ihren ganz besonderen Charme und wecken Erinnerungen an Legenden wie Wes Montgomery, Chet Atkins und Joe Pass. Aber was ist mit den Bass-Spielern? Natürlich gab es einige legendäre Hollowbody Bässe, wie den Gilde Starfire, den Gibson EB-2-und den Les Paul Bass (jetzt Epiphone Jack Casady). Mit dem Wiederaufleben des Musik-Genres im Zusammenhang mit den Grestch Gitarren (von Fender im Jahr 2002 gekauft) wurde der G6119B Broadkaster Bass wie populär.
Der Broadkaster ist ein Short-Scale, Semi-Hollow 4String Bass. Alle Gretsch der “Professional Series” werden inzwischen in Japan gefertigt. Bei meinem Test stellte ich, wie zu erwarten, fest, dass die handwerkliche Verarbeitung absolut makellos ist. Die Verarbeitung von Hals und Bünden ist ebenso vorbildlich. Längere Zeit stand ich der japanischen Handwerkskunst recht skeptisch gegenüber, das hat sich in den letzten Jahren allerdings gelegt. Besonders bei der maschinellen Fertigung gibt es inzwischen keine qualitativen Unterschiede mehr. Dieser Bass ist ein schönes Beispiel für die Möglichkeiten der Offshore-Produktion.
Der Bass hat ein schönes Ivoroid um den Body, Hals und in den F-Löchern. Die verchromtem Metall-Teile sitzen an den richtigen Stellen, und natürlich gibt es das berühmt-berüchtigtet Gretsch Orange Finish über den Ahorn Body und den Hals. Ein Manko sind allerdings die Pickups, die sehen extrem billig aus und stehen von der optischen Seite her nicht im Einklang mit dem Rest des Basses.
Für Spieler mit kleineren Händen ist der Bass mit dieser 30/3″ Skalenlänge eine wahre Freude, andere, wie ich z.B. haben so ihre Mühe
. Die Bünde sind klein und etwas näher zusammengerückt, als auf einer Standard-34″ Scale. Wie gesagt, für manche mag es angenehmer sein, andere fühlen sich etwas beengt.
Der Bass ist bestückt mit zwei Gretsch Humbucker Tonabnehmern mit Volume-Regler für jeden und einen Master-Tone-Regler. Es gibt einen Master Volume-Regler an der Unterseite und einen Drei-Wege Pickup Wahlschalter.
Der Bass ist erstaunlich laut und klingt voll – sehr gut zum stromlosen üben ohne Verstärker. Verstärkt gibt es den Short-Scale-Sound. Das Bridge Pickup ist eindringlich und snarly, mit guter Definition. Der Hals Pickup ist viel fetter, hat große Tiefe und Punsch und bringt einen soliden Low-End Sound, ohne rumpelnde Obertöne. Ich denke das die Hals-Tonabnehmer Einstellung mit den richtigen Einstellungen am Verstärker eine ziemlich gute Kontrabass Nachahmung bietet.
Der Bass verfügt über kein ein hohes Maß an Vielseitigkeit. Er klingt wie er klingt und ist nicht in jeder Musikrichtung unterzubringen. Aber hat man den passenden Song für den Sound gefunden, dann passt es aber auch 100%ig mitten ins Auge!
Der Preis des Broadkaster Bass liegt bei ca. 1900,- Euro und ist meiner Meinung nach zu hoch angesetzt. Muss aber auch sagen, dass ich in unteren Preisregionen kaum ein Instrument fand was dem Broadkaster das spezielle Wasser reichen konnte. Vielleicht kennt Ihr ja einen?




Samstag, 6. Juni 2009
Hey, das ist allerdings ein witziges Instrument! Danke für den Test! Hast du auch ein paar Soundclips?
Sonntag, 7. Juni 2009
Cooles Teil! Hab den mal einige Zeit gespielt, hat aber wirklich einen sehr speziellen Sound, passt wirklich nicht überall. Aber wer auf Kontrabass steht, ist hier richtig
Sonntag, 7. Juni 2009
@ Christian
Nee, leider nicht. Hatte den nur kurz zur Verfügung und leider nichts recorded. Aber falls den jemand spielt und mir Soundclips zukommen lässt, veröffentliche ich die gerne!